In fünf Milliarden Jahren,
vielleicht auf den Tag genau,
verbrennt die Sonne 90 % ihres Wasserstoffs.
Das Gleichgewicht ist zerstört,
es wird mehr Energie erzeugt als freigesetzt.
Dann geht es schnell.
Binnen weniger Millionen Jahre strahlt die Sonne ihre gesamte Wärme ab.
Das Gestirn schwillt an;
Merkur – Venus – die Erde verschwinden – werden verschluckt.
Zuletzt berührt die Sonne dann wirklich das Firmament.
Das Leben ist bereits seit Äonen verschwunden.
Irgendwann schließlich schrumpft die Sonne auf die Größe der Erde,
die sich nun aus der Umklammerung des roten Balls zu lösen beginnt.
Losgelöst von der Schwerkraft schwebt die Erde langsam davon.
Währenddessen werden neue Sterne geboren.
Andere Galaxien, ältere und größere existieren weiter.
Das Sonnensystem vergeht so schnell wie es entstanden ist.
Aber wenn es sein muss – meinetwegen;
wenn ich so lange warten muss – einverstanden.
Denn wenn ich so darüber nachdenke,
gibt es nichts, was ich mehr wünsche,
als jenen Tag zu erleben,
an dem die Sonne verlöscht – mit Dir an meiner Seite.
Dann sitzen wir irgendwo allein auf einem dunklen Gipfel aus Eis
und die Sterne über uns und überall um uns herum – scheinen so hell wie noch nie,
während wir ganz langsam in den Weltraum treiben...

Das Gedicht ist aus der Serie Space 2063, schaurig schöne Ode an die Vergängnis

05.09.07

 

 

 

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